
Flugbehinderte arktische Blässgänse, vier von insgesamt 19 verkrüppelten Gänsen am Schutzgebietsschild „Petkumer Deichvorland“ an der Ems, 11. Dez. 2017, Foto (C): Eilert Voß

Flugbehinderte arktische Blässgänse, vier von insgesamt 19 verkrüppelten Gänsen am Schutzgebietsschild „Petkumer Deichvorland“ an der Ems, 11. Dez. 2017, Foto (C): Eilert Voß
von Manfred Knake
Übernommen mit freundlicher Genehmigung von der Europäischen Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen (EGE):
Wieso „weiter“? In Wahrheit hat diese Partei für den Naturschutz kaum etwas unternommen, sondern den Schutz der Biodiversität eher anderen Interessen untergeordnet: nämlich mit edlen Absichten verbrämten robusten Gewinninteressen der regenerativen Energiewirtschaft. Das bündnisgrüne Herz schlägt gewiss nicht für Glyphosat, für Biogas- und Windenergieanlagen aber allemal. Dass sich andere Parteien für diese Interessen kaum weniger und für den Naturschutz nicht mehr verwenden, macht die Sache nicht besser.

Bei Nebel erlegte Blässgans (ganzjährig keine Jagdzeit), Petkumer Deichvorland, EU-Vogelschutzgebiet (Lage ist nicht Fundort), Foto (C): Eilert Voß
Im Deichvorland wurde z.B. ein nasses Brutareal für seltene Kampfläufer durch Aufspülung mit Emssand zerstört, Landwirte schütteten in den Brackwasser-Salzwiesen Tümpel zu und versuchten mit hohem Aufwand, die natürliche Salzwiesen-Vegetation durch eine Neueinsaat mit Nutzgräsern zu zerstören. Die privaten Landbesitzer errichteten illegal Sommerdeiche und bauten befahrbare Wege bis zur Ems, kurz bevor eine Naturschutz-Verordnung im Jahre 1994 in Kraft trat und diesem privatem Eigennutz ein Ende setzte. Weiterlesen

Fidschi-Insel Ono mit dem Dorf Narikoso. Für das Dorf wurde der Mangrovenwald gerodet, der Boden erodiert und wird weggespült. Das Dorf muss in höhere Insellagen umgesiedelt werden; die Insel ist ca. 300m hoch. Die Bewohner siedeln ohne Küstenschutzmaßnahmen direkt am Pazifik. Mit „Klima“ hat der Umzug nichts zu tun. Quelle: Google Earth/NASA (Screenshot)
+++ aktualisiert 17. Nov. 2017 +++
Ein Kommentar von Manfred Knake
Nicht wenige Medienbeiträge beschäftigen sich punktgenau zur politisch motivierten Klimakonferenz in Bonn mit dem angeblich bevorstehenden Untergang der pazifischen Inselgruppe; diese Autoren – ausgebildete, aber recherchefaule oder glaubensstarke Journalisten (?) – sollten sich eigentlich schämen, ungeprüft diesen postfaktischen Unsinn ständig zu wiederholen. Weiterlesen

Blick von Borkum (Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und Weltnaturerbe) auf den Windpark „Riffgat“ (Ausschnitt) 15 km nordwestlich von Borkum, im Hintergrund ein Containerschiff. Sommer 2017, Foto (C): Eilert Voß
Hier wurden in der Außenweser zwischen Wangerooge und Scharhörn 18 Windkraftanlagen errichtet. Beide Windparks stehen nur wenige Seemeilen entfernt vom Verkehrstrennungsgebiet der Deutschen Bucht.

Der Schleppverband mit der GLORY AMSTERDAM und den drei Schleppern, 02. Nov. 2017, Foto: Havariekommando
Das kann dann zu folgenschweren Problemen führen, wenn z.B. ein Tanker mit dem Ausfall der Ruderanlage in einen Offshore-Windpark treibt. Und davon stehen inzwischen einige wie eine dichte Ansammlung künstlicher Riffe nicht weit vom Verkehrstrennungsgebiet entfernt. Diese „Schiffsautobahn“ vor der niedersächsischen Küste ist einer der meistbefahrenen Schifffahrtswege auf der Erde. Nur 21 Seemeilen östlich von der Stelle, wo die „Glory Amsterdam“ vor Langeoog auf Grund lief, wurde gerade der Windpark Nordergründe mit 18 Anlagen in der Außenweser fertiggestellt, nur 560 Meter vom Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und „Weltnaturerbe“ entfernt…Man muss kein Hellseher sein, um solch ein Katastrophenszenario vorherzusehen.