Der Nikolaus besucht die Gänsewacht: Leserbriefe zur Gänsehetze

Der Nikolaus in Petkum an der Ems, Foto: privat

Der Nikolaus besucht die Gänsewacht in Petkum an der Ems, Foto: privat

Der Nikolaus stattete der „Gänsewacht“ in Petkum bei Emden einen morgendlichen Besuch ab. Statt Gebäck und Süßigkeiten brachte er den Gänsewächtern, die das jährliche Zugvogelschießen in diesem EU-Vogelschutzschutzgebiet dokumentieren, die aktuelle Ausgabe der Rheiderland Zeitung aus Weener mit. Die hatte vor einigen Tagen über das Treffen von Politikern, Landwirten und Jägern berichtet, die eine stärkere Gänsejagd erörterten und unterstützten. Die arktischen Gänse, die hier im und am „Weltnaturerbe“ Wattenmeer überwintern, ruinieren angeblich durch Fraß und Kot die Existenz der Bauern. Der Wattenrat berichtete. Dieser Zeitungsbericht hatte einige Leserbrief zur Folge, die den Unsinn und die Verlogenheit der interessengeleiteten Gänsehetzkampagne aufzeigten. Zwei weitere Briefe wurden am 06. Dezember in der Zeitung abgedruckt. Sie können sie hier nachlesen (Quelle: Rheiderland Zeitung, Weener, S. 5, 06. Dez. 2016) : Gaense_RZ_Leserbriefe 06. Dez. 2016 weiter »

Gänsemanagement Niedersachsen: grüne Staatssektretärin erörtert in Brüssel Jagd auf Nonnengänse

Nonnengänse im Dollart, Foto (C): Eilert Voß

Nonnengänse im Dollart, Foto (C): Eilert Voß

Am 06. Februar 2016 verschickten wir diesen Rundbrief:

„Auf der Grundlage einer Landtagsentschließung gibt es bereits eine ´Arbeitsgruppe Gänsemanagement´ in Niedersachsen, über die auch Forschungsaufgaben finanziert werden. Das Projekt läuft noch. Dennoch führt die Staatssekretärin Almuth Kottwitz, Umweltministerium Niedersachsen, an dieser Arbeitsgruppe vorbei derzeit Gespräche auf EU-Ebene mit Landwirten und Mitgliedern der EU-Kommission ´über Möglichkeiten für ein Gänsemanagement in der Region Weser-Ems´. Warum gibt es schon jetzt ´Vereinbarungen´ ohne Mitwirkung der Arbeitsgruppe, in der auch Wissenschaftler mitarbeiten?

Was Frau Kottwitz in Brüssel an der Arbeitsgruppe vorbei vereinbart hat, klingt im grünen Polit-Neusprech nach Aufnahme der Jagd der bisher nicht jagdbaren Nonnengans: ´nachhaltige Kontrolle der Population´. weiter »

Gänsewacht im siebten Jahr aktiv

Gänsewacht im November 2015, Petkum an der Ems

Gänsewacht im November 2015, Petkum an der Ems, ganz rechts Eilert Voss

Im siebten Jahr steht unsere Mitstreiter Eilert Voss nun wieder vom 01. November bis zum 15. Januar – der Hauptjagdzeit der Hobbyjäger auf Wasservögel – auf der inzwischen bundesweit bekanntgewordenen „Gänsewacht“ in Petkum an der Ems. Von seinem Ausguck aus beobachtet er bei jedem Wetter die Jagdaktivitäten im Naturschutzgebiet „Petkumer Deichvorland“, Teil eines EU-Vogelschutzgebietes. Seine „Waffen“ sind ein Fernglas, ein weitreichendes Teleobjektiv und ein Notizbuch, mit dem er in den letzten Jahren bereits zahlreiche Jagdverstöße dokumentiert hat, z.B. die Jagd bei Nebel oder dichtem Schneetreiben, bei dem keine der Wasservogelarten auf jagdbar oder nicht jagdbar unterscheidbar ist. Das ist nach der Bundesjagdzeitenverordnung verboten! weiter »

Wasservogeljagd in Schutzgebieten: Gänsewachtbericht 2014/2015 und 2013/2014

Jagd an Gewässern mit verbotenem Bleischrot. Foto (C): Eilert Voß

Jagd an Gewässern mit verbotenem Bleischrot. Foto (C): Eilert Voß

Der landespolitische Berg kreiste und gebar eine Maus: Vollmundig hatte Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) eine Novellierung des Jagdgesetzes mit der Abschaffung der Jagd auf Zugvögel in den europäischen Vogelschutzgebieten angekündigt. Herausgekommen ist dabei wenig: Die Änderung des Jagdgesetzes wird auf den Sankt-Nimmerleinstag verschoben, die Abschaffung der Jagd in Schutzgebieten wurde zur Intervall-Jagd umdeklariert, nun wird nur noch im zweiwöchigen Turnus in den Schutzgebieten getötet. Erfreulich:  Die Verwendung von Bleischrot wurde völlig verboten, wer das kontrolliert, ist eine andere Frage. Und in Zukunft dürfen Jäger auch mit Schalldämpfern schießen, was allerdings für Spaziergänger nicht ungefährlich ist. Gescheitert ist Minister Meyer am Koalitionspartner SPD, die sich faktenblind an die Hobbyjäger angebiedert hat. Die Landtagsabgeordnete und SPD-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Johanne Modder, hat zusammen mit schießfreudigen Genossen eine tatsächliche Wende zum Besseren verhindert, sie stammt aus dem zugvogelreichen Rheiderland in Ostfriesland, dort, wo Bauern wegen tatsächlicher oder vermeintlichger Fraßschäden politischen Druck ausüben. Bauern, die am Vertragsnaturschutz teilnehmen, bekommen aber 250 Euro/ha/a Ausgleich, egal ob Fraßschäden aufgetreten sind oder nicht. weiter »

Besenderte Zwerggänse unterwegs

Zwerggänse: Hudiksvall, Schweden, September 2014, Foto (C): Dr. Helmut Kruckenberg

Zwerggänse (Anser erythropus) gehören zu den Raritäten, sie sind akut vom Aussterben bedroht. Die Vögel können leicht mit Blässgänsen verwechselt werden und werden sogar noch bejagt. In Niedersachsen darf die Blässgans allerdings nicht bejagt werden, die Zwerggans unterliegt nicht dem Jagdrecht. Dennoch werden auch in Niedersachsen jährlich Blässgänse angeschossen oder erschossen, weil Wasservogeljäger immer noch bei schlechten Sichtbedingungen wie Dunkelheit oder Nebel jagen oder die Arten gar nicht unterscheiden können; so werden auch noch bei uns die letzten Zwerggänse gefährdet. Der Bestand dieser Gänseart wird derzeit weltweit auf maximal 30.000 Vögel geschätzt. In Fennoskandien (das sind die skandinavischen Länder) liegt der Bestand nach aktuellen Schätzungen bei maximal noch rund 50 Tieren, darunter sind 10 bis 15 Brutpaare. In Schweden beteiligen sich auch Jäger an dem Schutzprogramm für diese Gans. Um mehr über Zwerggänse und deren Zugwege zu erfahren, wurden einige der Tiere mit Sendern ausgestattet. Mehr erfahren Sie in der nachstehenden Pressemitteilung des NABU. Das Foto stellte uns dankenswerterweise der Gänseforscher Dr. Helmut Kruckenberg zur Verfügung, der das Besenderungsprojekt leitet. weiter »

Jägerstimmen zum Naturschutzpreis für Eilert Voß

Gänsejagd im Nebel an der Ems

Nachdem viele überregionale- und Lokalzeitungen über den Naturschutzpreis für den Jagdkritiker Eilert Voß berichteten, äußerten sich im Online-Forum „Landlive“  auch einige Jäger, aber wie! Und die englische Sprache ist in diesem Forum tatsächlich eine Fremdsprache: Das denglisch-verballhornte „Landleben“ müsste, wenn schon englisch, „Country Life“ heißen. Die Jäger“würdigung“ wurde gar mit einer Verlinkung auf die „Adolf-Hitler-Medaille“ für Tierschutz bedacht. Ein Forist unterschreibt seinen Beitrag mit „Wölfe, Katzen, Grüne, noch unvollständig, Fortsetzung folgt“. Es ist unschwer zu erraten, wes Geistes Kinder solche „Waidmänner“ sind, und die dürfen legal Waffen tragen! Während diese Zeilen geschrieben werden, wird per Telefon aus dem Rheiderland berichtet, das gerade wieder Schüsse im dichten Nebel auf Gänse fallen…

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Naturschutzpreis für Eilert Voß

Eilert Voß in seiner "Stellung" am NSG "Petkumer Deichvorland" an der Ems

Heute, am 05. November 2014, bekommt unser Mitstreiter Eilert Voß in einer Feierstunde in Hannover den Preis der Karl Kaus-Stiftung für seine Verdienste um den Tier- und Naturschutz. Eilert Voß hat über Jahre bei jedem Wetter beharrlich Jagdverstöße, vor allem bei der Wasservogeljagd, aufgedeckt und dokumentiert. Alle Anzeigen verliefen im Sande, er selbst wurde wegen „Jagdstörung“ verurteilt. Viele Medien haben bereits über seinen Einsatz berichtet, und es gab sogar üble Verrisse vom jagenden Journalisten für Jäger: NDR-Reportage: „Gänsekrieg in Ostfriesland“- mehr Ente als Gans.

Lieber Eilert, auch auf diesem Wege einen herzlichen Glückwunsch zu Deinem Preis. Und was wären die Wattenrat-Seiten ohne Deine Bilder!

dpa-Redakteur Hans-Christian Wöste hat eine schöne und ausführliche Würdigung geschrieben, die wir nachstehend mit freundlicher Genehmigung der dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH, Hamburg, www.dpa.de veröffentlichen. Sein Beitrag erschien in vielen Tageszeitungen. Eilert Voß´ Dankesrede anlässlich der Preisverleihung können Sie ganz unten nachlesen. Nur die „Emder Zeitung“, dort wo Eilert Voß wohnt, berichtete am 04. November lediglich in einer „Kurzmitteilung“ über die Preisvergabe, und versah sich auch noch mit dem Tag, an dem der Preis übergeben wurde…

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„Kadavermesse“: Kritik am Hubertus-Gottesdienst in Emden-Borssum

Hubertusgottesdienst in der ev.-ref. Kirche in Emden-Borssum, 26. Oktober 2014

Wie findet ein Heiliger der katholischen Kirche in einen Gottesdienst der evangelisch-reformierten Kirche in Emden-Borssum? Der Heilige Hubertus wird in jedem Jahr von der Zunft der Freizeitjäger fürs gute Gewissen und die öffentliche fromme Selbstdarstellung instrumentalisiert. Am 3. November ist Hubertustag, und vorher zelebriert die Kirche vielerorts Hubertus-Gottesdienste oder -Messen. Das gefällt nicht jedem: Mitglieder mehrerer ostfriesischer Umwelt-und Naturschutzinitiativen, darunter der Wattenrat Ostfriesland, die Gänsewacht und die Dyklopers, beteiligten sich am 26. Oktober 2014 als „Zaungäste“ an einem Hubertusgottesdienst der Emder Jägerschaft vor der evangelisch-reformierten Kirche in Emden- Borssum. weiter »

Jagdzeitenverordnung Niedersachsen: „Die Grünen sind gestorben…“, ein Abgesang

Hubertus, hilf!

Viel ist auf den Wattenrat-Webseiten zum Unsinn und zur Überflüssigkeit der Jagd auf Wasservögel, vor allem in deren Schutzgebieten, geschrieben worden. Wir haben alles versucht, informiert und dokumentiert, häufige Jagdverstöße – Jagd bei Dunkelheit und Nebel, strafbare Fehlabschüsse -nachgewiesen und Anzeigen erstattet – die alle im Sande verliefen. Unterstützt wurden wir vor allem von Jägern, intern von denen, die Wasservogeljagd ebenfalls für überflüssig und sogar für verwerflich halten, und öffentlich von Jägern des Ökologischen Jagdverbandes (ÖJV), die sich deutlich gegen die Wasservogeljagd in Schutzgebieten positionieren. Kurzzeitig keimte Hoffung auf Besserung der Zustände auf, als die Partei der Bündnisgrünen in Niedersachsen ankündigte, diese widerlichen Zustände in den Vogelschutzgebieten zu ändern. Über Zugvogeljäger in Italien regen wir uns auf, deutsche Zugvogeljäger, sogar in Schutzgebieten, sind die von der Politik geschützten edlen Waidmänner? weiter »

Neue Jagdzeitenverordnung in Niedersachsen – weiterhin Wasservogeljagd in EU-Vogelschutzgebieten: „fairer Kompromiss“?

Illegal geschossene Nonnengans (diese Art darf nicht bejagt werden), NSG "Petkumer Deichvorland", Ems, EU-Vogelschutzgebiet

Niedersachsens rot-grüne Landesregierung hat das Landesjagdgesetz novelliert, es gelten wieder einmal andere Jagdzeiten. Bezogen auf die Wasservogeljagd ist nur die Einstellung der Jagd auf Bläss- und Saatgänse zu begrüßen, das war aber auch schon zu Zeiten der CDU-FDP-Landesregierung bis Dezember 2007 so, erst dann wurde die Gänsejagd vor der Landtagswahl 2008 auf diese beiden Arten wieder ausgeweitet. Die nun beabsichtigte Verkürzung der Jagdzeiten auf Wasservögel (Enten und Gänse) in EU-Vogelschutzgebieten bis zum 30. November (statt vorher bis zum 15. Januar) als „fairen Kompromiss“ zu bezeichnen, ist  völlig verfehlt. Die Jagd auf Graugänse ist in den Vogelschutzgebieten  bereits ab dem 1. August (bis zum 30. November) erlaubt, also genau mit dem einsetzenden Vogelzug der nichtjagdbaren Watvögel, was zu enormen Störungen in den Vogelschutzgebieten führt. Dieser vorgebliche „Kompromiss“ ist ein fauler:  „Kompromisse“ beim Artenschutz gibt es nicht, die Tiere sind nach der Jagd im Ergebnis kompromisslos tot oder verletzt, auch die nicht jagdbare Arten werden weiträumig von ihren Rast-, Nahrungs- und Schlafplätzen durch die Jagd vertrieben, in Vogelschutzgebieten, daran ist auch nichts „ökologisch“! Viele dieser Flächen in EU-Vogelschutzgebieten dürfen von Normalbürgern aus Naturschutzgründen nicht betreten werden, Jäger dürfen darin töten. Der „Kompromiss“ wurde auf den Druck der gut organisierten Freizeitjäger, die die Jagd auf Wasservögel als Hobby betreiben, durchgesetzt. Die Landesjägerschaft in Niedersachsen darf sich „anerkannter Naturschutzverband“ nennen, das ist der eigentliche Skandal! weiter »