
Blick in das Vogelschutzgebiet V63 bei Bensersiel: illegal gebaute Umgehungsstraße, fragwürdige Genehmigungspraxis des Windparks Utgast/Gemeinde Holtgast, Foto (C): Manfred Knake
Nach dem Skandal um die in einem EU-Vogelschutzgebiet illegal gebaute Umgehungsstraße in Bensersiel/Stadt Esens bahnt sich ein neuer Skandalschauplatz unweit der Umgehungsstraße an: der Windpark Utgast, der unmittelbar an das EU-Vogelschutzgebiet V63 „Ostfriesische Seemarschen von Norden bis Esens“ grenzt und der derzeit mit Hochdruck mit neuen Enercon-70-Windturbinen repowert wird. In einer behördlichen Bekanntmachung stellte der Landkreis Wittmund fest, dass für 35 Windkraftanlagen mit jeweils einer Gesamthöhe von 100 Metern keine Umweltverträglichkeitsprüfungen notwendig seien, obwohl alle Anlagen in einem räumlichen Zusammenhang stehen und der Windpark unmittelbar an das EU-Vogelschutzgebiet grenzt. Windparks ab 20 Anlagen, die in einem räumlichen Zusammenhang stehen, sind jedoch zwingend UVP-pflichtig.
In der Anlage (pdf. WP-Utgast_LKWittmund_UVP) finden Sie drei aktuelle Beiträge (05., 06. und 07. Januar 2017, bitte scrollen!) aus der Lokalzeitung „Anzeiger für Harlingerland“ (Wittmund/NDS) zu dieser umstrittenen Genehmigungspraxis des Windparks Utgast direkt am EU-Vogelschutzgebiet V63 (Natura-2000-Gebiet). Weiterlesen






Das Buch mit Beiträgen von 18 Autoren aus unterschiedlichen umweltrelevanten Disziplinen ist eine eindrucksvolle Abrechnung mit der im Namen der Energiewende fortschreitenden Industrialisierung, der zum angeblichen Schutz der Atmosphäre immer mehr Teile der Biosphäre geopfert werden. Dabei sind die Zerstörungen größer, die Folgen für bestimmte Arten dramatischer und die Vorgehensweisen der Branche bisweilen kritikwürdiger, als sie im Buch beschrieben werden. Das liegt auch daran, dass der 20jährige Erfahrungsvorsprung des Nordens mit der Windenergiewirtschaft gegenüber dem Süden Deutschlands und die Innenansichten aus dem komplexen Zusammenspiel von Staat und regenerativer Energiewirtschaft nur unzureichend ins Buch eingeflossen sind. Das Buch bestreitet nicht den anthropogenen Einfluss auf das Klima; es kritisiert faktenbasiert die Energiewende als ein teils auf Lebenslügen gestütztes Unterfangen, als eine postfaktische Heilserwartung zugunsten weniger Profiteure. Es ist ein Plädoyer für die dringend notwendige Integration der Anforderungen des Naturschutzes und der Landschaftspflege in eine, auch im Falle der regenerativen, nicht per se umweltverträgliche Energieerzeugung. Das Buch ist ein Stachel im Fleisch der Anhänger der „erneuerbaren Energien“, zumal in den Umweltverbänden, die sich in eine bedenkliche Nähe zu diesem Teil der Wirtschaft gebracht haben. Das Buch nährt die berechtigten Zweifel an einer vordergründig guten Sache. 




