Auf Sand gebaut…

Karte der Insel Langer Oge von Karl Ludwig von Le Coq 1805 – Hauptinsel Westerende mit Inseldorf und zwei Teilinseln, auf dem Osterende eine Siedlung, Quelle: Wikipedia

Auf der Insel Langeoog haben die Strandaufspülungen zur Inselsicherung begonnen. Diese sich periodisch wiederholenden starken künstlichen Eingriffe in das Wattensediment des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer und „Weltnaturerbe“ sind notwendig, um die Infrastruktur auf der Insel zu schützen und den Tourismusbetrieb aufrechtzuerhalten. Finanziert wird diese Maßnahme aus Mitteln der „Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK-Mittel). Der erforderliche Sand wird mit einem Hopperbagger entnommen und dann mit Rohrleitungen weitertransportiert. Ohne die Aufspülungen und Strandverstärkungen würde die Insel ganz natürlich durch Wind und Wellengang irgendwann durchbrechen und in mehrere Teile getrennt werden, wie es in der Vergangenheit schon mehrfach geschehen ist. Die Insel würde ohne Küstenschutzmaßnahmen ständig ihre Lage verändern, wandern oder pendeln. Auf allen ostfriesischen Inseln, die bewohnt sind und touristisch genutzt werden, sind nach starken Sturmfluten auch Strandaufspülungen und Reparaturen an den Dünenabbrüchen nötig, um die Strände für den Tourismus zu erhalten und die Insel zu sichern. weiter »

Noch eine Nationalparkfeier: Propaganda statt Fakten

Drei_Affen_1Am 11. August 2016 fand in Cuxhaven die Festveranstaltung zum 30-jährigen Bestehen des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer statt, inszeniert vom Niedersächsischen Umweltministerium und der Nationalparkverwaltung in Wilhelmshaven.

Nun hat der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer angeblich sogar „Weltrang“ erreicht, die Berichterstattung  des gebührenfinanzierten Norddeutschen Rundfunks für das Abendmagazin „Hallo Niedersachsen“ aus Hannover zum Jubelfest war jedoch weitgehend recherchefrei. Der Evangelische Pressedienst (epd) interviewte den Festredner Uwe Garrels, Bürgermeister von Langeoog, ausgerechnet Langeoog. Es wurde sehr deutlich, dass es in diesem Nationalpark überwiegend um die Tourismusförderung geht, nichts anderes. Auch der Naturschutz im Wattenmeer hat eine Geschichte, die heute weitgehend vergessen ist, und die beginnt nicht mit der Ausweisung zum Nationalpark. Der Wattenrat Ostfriesland und die Vorläuferorganisation „Konferenz der Natur- und Umweltschutzverbände Ostfriesland“ sind oder waren die Chronisten der gezielten Entwicklung des Wattenmeeres und späteren Nationalparks zum Mega-Freizeitpark. Eine „naturpolitische Erfolgsgeschichte von Weltrang“ ist dieser Nationalpark aber mit Sicherheit nicht, wie uns die Propaganda des Umweltministeriums weismachen will, und das lässt sich belegen. weiter »

Feuerwerk: Nachrichten aus dem Langeooger Soziotop

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Bildzitat (Screenshot), www.langeoognews.de, 25. Juli 2016

Es hat gerauscht und gekracht. Gerauscht hat es in der Presse von dpa bis in die Lokalzeitungen, und gekracht hat es über dem Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und „Weltnaturerbe“, das vom Inseltourismus heftig beworben wird. Die Rede ist von der Insel Langeoog. Bereits am 04. Juli 2016 wurde im Informationsblatt der Insel „de Utkieker“ auf S. 153 angekündigt: „Ein Feuerwerk bildet den traditionellen Abschluss des Dörpfestes…“ Und zwar nicht irgendein Feuerwerk, sondern ein Großfeuerwerk der Kategorie 4, und das ließ schließlich am Abend des 24. Juli den Strand- und die ortsnahen Bereiche erzittern. Im Vorfeld des Feuerwerks hatte der Wattenrat Ostfriesland in einer Pressemitteilung daran erinnert, wie weit Höhenfeuerwerke in die Flächen des Großschutzgebietes hineinwirken – egal ob sie innerhalb oder direkt außerhalb an der Grenze des Nationalpark gezündet werden – und bei Brut- oder Zugvögeln, die bereits auf der Insel Station machen, durch die Explosions- und Lichteffekte eine enorme Panik auslösen, die die Tiere orientierungslos macht, in einem EU-Vogelschutzgebiet! Wissenschaftliche Untersuchungen gehen von einer Störwirkung von mehreren Kilometern aus. weiter »

Ein Luftkissenboot für Langeoog

Hovercraft am Strand von LAngeoog, im Hintergrund die SAnbank, Foto (C): Klaus Kremer http://www.langeoognews.de/

Hovercraft am Strand von Langeoog, im Hintergrund die Sandbank, Foto (C): Klaus Kremer http://www.langeoognews.de/

Auf der Insel Langeoog wird derzeit ein Luftkissenboot (Hovercraft) getestet. Es soll im Notfall im wahrsten Sinn des Wortes „gestrandete“ Menschen von der Sandbank retten, die sich vor dem Badestrand erstreckt. Immer wieder kam es vor, dass unachtsame Touristen – trotz der ausgeschilderten Warnhinweise – den Strand verließen, um bei Niedrigwasser die vorgelagerte Sandbank zu erkunden. Bei auflaufendem Wasser wird die Sandbank überflutet, eine sichere Rückkehr zum Strand ist dann nicht mehr möglich. Mit Rettungshubschraubern wurde schon so manche Familie vor dem Ertrinkungstod gerettet. Die nicht unerheblichen Bergungskosten von mehreren tausend Euro müssen die Betroffenen selbst bezahlen. Um die Rettung und Bergung zu vereinfachen, wird derzeit auf Langeoog das Luftkissenboot getestet. weiter »

Langeoog: Aktuelles von der Naturschutzfront – Brutvogelvertreibungen und Eiersammler

Schutzdünen auf Langeoog, April 2015, Foto (C): Manfred Knake

Schutzdünen auf Langeoog, April 2015, Foto (C): Manfred Knake

Langeoog ist bekanntlich eine Ferieninsel im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und „UNESCO-Weltnaturerbe“, heftig gegen die touristische Konkurrenz beworben. Die Übernachtungszahlen liegen jährlich bei ca. 1,5 Millionen. Von April bis in den frühen Winter flutet täglich zusätzlich ein Heer von Tagestouristen die Insel, begleitet von Hunden und Lenkdrachen. Das ist Massentourismus. Umso bemerkenswerter und erfreulicher ist es, dass auch die weniger werbewirksamen Details zum tatsächlichen Zustand des Naturschutzes auf der Insel in der Online-Zeitung „Langeoog News“ bekannt wurden. weiter »

Sommerdeichsöffnung im Langwarder Groden/Butjadingen

Brandenten und Säbelschnäbler im Wattenmeer, Foto (C): Eilert Voß

Brandenten und Säbelschnäbler im Wattenmeer, Foto (C): Eilert Voß

Hier mal etwas Erfreuliches aus dem Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, mit Einschränkungen:
In Butjadingen (Landkreis Wesermarsch) wurde der vorher durch einen niedrigen Sommerdeich abgetrennte Langwarder Groden auf ca. 70 Hektar Fläche wieder geöffnet und dem Tideeinfluss ausgesetzt, auch als Ersatzmaßnahme für den wenig ausgelasteten Jade-Weser-Port im nahen Wilhelmshaven, bei dessen Bau wertvollste Biotope zerstört wurden. Die Tourismuswirtschaft hat sofort Zugriff auf den neu geöffneten Sommerpolder bekommen. In Butjadingen wird diese Maßnahme nun mit einem Naturerlebnispfad, möbliert mit Informationstafeln, als „Naturspektakel“ vermarktet: weiter »

Langeoog: Weltnaturerbe nur Schall und Rauch

Man feiert sich derzeit einen Wolf in Ostfriesland. Die Lokalzeitungen berichten täglich ausführlich und großbebildert über jede Dorf- und Vereinsfeier. Auch die Urlaubsinsel Langeoog macht keine Ausnahme: „Herzlich Willkommen im Weltnaturerbe auf Langeoog“ heißt es auf der WebSeite der Online-Zeitung „Langeoog News“ , die über eine „rauschende Strandparty„, genau wie  Lokalzeitung „Anzeiger für Harlingerland“, auf der Insel berichteten.

Aber das vielzitierte „Weltnaturerbe“ Wattenmeer ist nur für die Tourismuswerbung gut und nicht selten Schall und Rauch für die Natur, wenn es um die Bespaßung der Urlauber geht; auch auf Langeoog wurde dafür jetzt wieder ein Höhenfeuerwerk – zum dritten Mal in diesem Jahr-  abgebrannt. „Am Ende eine tolle Party mit einem farbenprächtigen Höhenfeuerwerk“ ließ man es von der Sandbank vor dem Strand im Großschutzgebiet „Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer“ am 30. August krachen, am Strand dröhnten die Boxen. „Gemeinsam mit Antenne Niedersachsen hatten die Kurverwaltung und das Team der Strandhalle wieder keine Kosten und Mühen gescheut, um mit großem Einsatz alle Zutaten für eine rauschende Strandparty für Klein und Groß zusammen zu tragen“, schreiben die Zeitungen. weiter »

Umweltminister Wenzel (Grüne) und die nasse Salzwiese auf Langeoog

Screenshot-Bildzitat: Anzeiger für Harlingerland, Wittmund, online, 23. April 2014, Foto: Kremer - Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (mitte) und Bürgermeister Uwe Garrels (rechts daneben) vor der Rundtour um Langeoog, ganz rechts Uilke van der Meer (BUND), dritter von links Frank Thorenz (NLWKN), verdeckt hinter Minister Wenzel Carl-Wilhelm Bodenstein-Dresler, Landesgeschäftsführer des nds. BUND. Nicht auf dem Bild: Peter Südbeck, Nationalparkleiter

Der niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel (Bündnis 90/Die Grünen) bereiste die Küste und setze auch nach Langeoog über. Solche Veranstaltungen sind oft Anlass für Gespräche auf dem „kurzen“  Dienstweg,  angenehm abseits vom politischen Alltagsgeschäft und – fürs Volk- begleitet von einem größeren oder kleinen Pressetross. Man will ja gut rüberkommen. Aber das Positive vorweg: Es ist schon etwas Besonderes, wenn der Ortsbürgermeister einer Ferieninsel den Minister daran erinnert, „die personelle Ausstattung der Nationalparkranger zu verbessern“, das gab es bisher noch nicht. In der Tat: Im ganzen Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer gibt es auf 3.500 qkm Fläche nur sechs (!) hauptamtliche Dünenwärter als Nationalparkwarte, alle ohne Boote, Fahrzeuge und vor allem ohne jede Befugnisse, bei derzeit ca. 37 Millionen Tourismusübernachtungen von Cuxhaven bis Emden. Allein auf Langeoog beträgt die offizielle Übernachtungsrate mehr als 1,5 Millionen jährlich. Tatsächlich ist die Zahl aber höher: Erfasst werden nur die Beherbergungsbetriebe ab zehn Betten, dazu kommen hunderte Betten in Schwarzbauten.

Bei der Naturschutzvorzeigenummer der Salzwiesenvernässung im Osten der Insel wurde der radelnde Minister schamlos hinters Licht geführt. Mit dem grünen Umweltminister Wenzel aus dem fernen Hannover kann man es ja machen. Die Historie des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer ist ihm offensichtlich noch fremd. Dafür wiederholte er brav die häufig gebrauchten, aber abgedroschenen Sprechblasen des -verfehlten – Wattenmeervergleichs mit dem Yellowstone Nationalpark in den USA oder dem Great Barrier Reef in Australien. weiter »

Aus dem Archiv: Zwergwal bei Langeoog geborgen

Zwergwal, 1989 im Fahrwasser zwischen Langeoog und Bensersiel geborgen

Beim Aufräumen fiel aus einer alten Fototüte dieses Bild heraus, es wollte wohl ins digitale Zeitalter herübergerettet werden: Am 24. Juli 1989 trieb der Kadaver eines Zwergwals im Fahrwasser zwischen Langeoog und Bensersiel. Die Mannschaft eines Transportschiffes, das die Insel Langeoog vom Festland aus versorgt, barg den Wal mit der Bugklappe des Schiffes. weiter »

Langeoog: Petition zur Legalisierung von Schwarzbauten

Fähranleger Bensersiel - auf nach Langeoog: einer geht noch rein, noch mehr Umsatz mit "schwarzen" Betten

In mehr als 660 Fällen sollen in den letzten Jahren auf der Urlaubsinsel Langeoog illegale Um- oder Anbauten entstanden sein – zu Vermietungszwecken, für noch mehr Inseltouristen. Dabei wurden auch Brandschutzvorschriften umgangen. Der Landkreis Wittmund ermittelt derzeit mit zusätzlich eingestellten Mitarbeitern gegen die Schwarzbauten. Langeoog hat eine registrierte Wohnbevölkerung von ca. 1731 Einwohnern (Statistisches Bundesamt, 31. Dez. 2011, andere Angaben gehen von über 2000 Einwohnern aus), jährlich besuchen mehr als 200.000 Gäste (Tagestouristen nicht eingerechnet) die Insel, die touristischen Übernachtungszahlen betragen mehr als 1,5 Millionen, statistisch erfasst werden aber seit 2012 nur noch Häuser ab 10 Betten, davor wurde ab 9 Betten erfasst. Laut Inselkirche Langeoog werden ca. 15.000 Gästebetten bereitgestellt, andere Zahlen liegen bei „nur“ 10.000 Betten. weiter »