Umgehungssstraße Bensersiel: Stadt Esens will das Land verklagen – Posse oder Krimi?

Gesperrter „Schwarzbau“ Umgehungsstraße Bensersiel/Stadt Esens, Foto (C): Manfred Knake

Stadt Esens/NDS: Stadt will Schadensersatzklage gegen das Land Niedersachsen einreichen: Amtshaftung durch das Land gefordert

Es gibt weitere Merkwürdigkeiten um die in einem EU-Vogelschutzgebiet illegal gebaute Umgehungsstraße in Bensersiel/Stadt Esens: Die Stadt Esens will das Land Niedersachsen auf Schadensersatz in Höhe von 4,1 Millionen Euro verklagen und fordert die „Amtshaftung“ vom Land – oder doch nicht? Jedenfalls fand am 10. Dezember eine öffentliche Sitzung des Esenser Stadtrates statt, auf der „einstimmig“ (laut Ostfriesen Zeitung online am 11. Dez. 2018) über die entsprechende Sitzungsvorlage abgestimmt wurde.

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Nachruf: Gerhard Hinze

Gerhard Hinze – Foto: Privat

Gerhard Hinze aus Schüttdorf im Landkreis Grafschaft Bentheim hat sich im Naturschutz einen Namen gemacht. Im Juli 2018 ist der gelernte Zahnarzt im Alter von 87 Jahren verstorben. Gerhard Hinze ist den Wattenrat-Mitarbeitern im Kampf gegen die unsägliche Wasservogeljagd in Schutzgebieten gut bekannt.

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Seehund verirrt sich ins Binnenland nach Holtgast

Foto: Polizei Esens

In Holtgast wurde am Freitag, 14. Dez. 2018, gegen 21:20 Uhr ein halbwüchsiger Seehund zunächst in einem Graben an der stark befahrenen Landesstraße gesehen, nicht weit vom Benser Tief. Das Benser Tief, ein künstlich angelegter breiter Wasserlauf, nimmt das Niederschlagwasser des Binnenlandes auf und mündet ca. 5km weiter nördlich in Bensersiel in das Wattenmeer. Dort wird das Wasser bei Bedarf in das Wattenmeer gesielt. Etwas später wurde das Tier in der nahegelegenen Nebenstraße im Holtgaster Tannenweg in einem Vorgarten gefunden und von den Bewohnern eines Einfamilienhauses mit Zaunelementen am Weiterrobben gehindert.

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Stallgeruch

In der Ausgabe der Zeitschrift „Nationalpark“ Nr. 4/2018 erschien der bemerkenswerte Beitrag von Wilhelm Breuer mit dem Titel „Stallgeruch oder woran es der Agrarpolitik fehlt“. Breuer ist Mitbegründer und Geschäftsführer der „Europäischen Gesellschaft zur Erhaltung“ (EGE) und als ständiger Mitarbeiter der Zeitschrift tätig. Die Zeitschrift Nationalpark wurde u.a. von Horst Stern gegründet, der sie einmal so beschrieb: „Besser kann man Papier aus dem Holz der Bäume nicht nutzen“.

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Windenergie: Abriss von „historischen“ Anlagen in Norddeich geplant, SPD dagegen

Norddeich, Fledderweg: 5 Enercon-16, Aufnahmedatum Dezember 1987 – Foto (C): Eilert Voß, Archiv Wattenrat

Vor 31 Jahren, 1987, wurden in Norddeich die ersten Enercon-16-Anlagen errichtet. Sie haben die noch bescheidene Nennleistung von 55kW bei einem Rotordurchmesser von 16,2 m und einer Gesamthöhe von etwas über 30m, die Rotorgondeln stehen auf Gittermasten. Dieser kleine Windpark mit fünf Anlagen soll der erste in Niedersachsen gewesen sein. Nun sind die Anlagen abgängig, die Wirtschaftsbetriebe Norden (WBN) als Betreiber wollen die Anlagen abreißen lassen, die Standsicherheit müsse kostenaufwendig geprüft werden, der Erhalt der Anlagen rechne sich nicht. Dagegen macht die SPD im Norder Stadtrat mobil. In ihrem Antrag an die Norder Stadtverwaltung schlagen die Politiker vor, die „Wahrzeichen“ für die serienmäßige Entwicklung von Windenergieanlagen als „Industriedenkmal“ zu erhalten.

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Windenergie und kommunale Selbstverwaltung: Stiftungsgeld von den Betreibern

Samtgemeinde Holtriem (Westerholt) im niedersächsischen Landkreis Wittmund: Die „Windbarone“ Heinz Böttcher und Johann Eisenhauer haben die Spendierhosen für Kommune angezogen. Ihre Windkraft-Stiftung für die Gemeinde startet mit zunächst 85.000 Euro „für gemeinnützige Zwecke“, im Stiftungsrat sitzen Kommunalpolitiker der Gemeinde. Über die Auszahlungsmodalitäten für spätere Antragsteller will der Rat später beschließen. Der nachfolgende Zeitungsbeitrag (ganz unten) zeigt wieder einmal deutlich die Einflussnahme der lokalen Windkraftbetreiber über diese Stiftung auf die politischen Entscheidungsträger einer Gemeinde, in der sich bereits dutzende Windkraftanlagen drehen. Zusammen mit den Nachbargemeinden im Landkreis Aurich (dort wo Enercon produziert) ergibt sich hier die höchste Windkraftdichte in Deutschland.

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Ostfriesische Windbarone im Visier der Staatsanwaltschaft

Nachtrag: Das Verfahren gegen Windkraftbetreiber Heinz Böttcher der Norderland-Gruppe wegen eigenmächtiger Abschaltung des Flight Mangagers an den Windkraftanlagen in der Nähe der Luftwaffenbasis Wittmundhafen, die laut Luftwaffe das Radar stören, wurde von der Staatsanwaltschaft Aurich (dort,  wo Enercon produziert) im Mai 2019 eingestellt. Ein Gutachten, von  der Betreiberfirma Norderland in Auftrag gegeben, sieht keine Beeinträchtigung des Radars (s.u.)…

Heinz Böttcher aus Westerholt im Landkreis Wittmund ist neben Johann Eisenhauer – ebenfalls aus Westerholt – einer der bekanntesten „Windbarone“ in Ostfriesland. Beide sind Betreiber mehrerer Enercon-Windparks und mit ihren verschachtelten Firmen wie Freesen-Wind und der Norderlandgruppe breit aufgestellt. Böttcher und Eisenhauer sind gut mit den Lokalpolitikern der Samtgemeinde Holtriem, zu der Westerholt gehört, und darüber hinaus vernetzt. Deutlich wird das an der großen Zahl der Windkraftanlagen im Gemeindegebiet. Die Holtriemer Ratsmitglieder stellten per mehrheitlicher Abstimmung die Windkraftflächen im Flächennutzungsplan zur Verfügung und sind teilweise auch an einigen Windkraftanlagen der beiden Investoren als Kommanditisten finanziell beteiligt.

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Windpark Utgast im Landkreis Wittmund: Klage wird neu vorbereitet

Windpark Utgast (Ausschnitt), Gemeinde Holtgast, Foto (C): Insa Bock

Die Lokalzeitung „Anzeiger für Harlingerland“ aus Wittmund berichtete ausführlich über die Windkraft-Lärmbetroffenen Insa Bock und Hermann Oldewurtel, die direkt am Windpark Utgast/Gemeinde Holtgast in der Samtgemeinde Esens/LK Wittmund wohnen (s.u.). Der Artikel verweist auch auf den ZDF- Beitrag vom 04. Nov. 2018 „Infraschall-Unerhörter Lärm“ (planet.e) über die Auswirkungen des Infraschalls durch WEA auf den menschlichen Organismus. Insa Bock und Hermann Oldewurtel kommen in dem ZDF-Beitrag ausführlich zu Wort.

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Netzausbau: tödliche Offensive

Stromseil mit Uhufeder © Siegmar Bergfeld

Foto (C): Dr. Siegmar Bergfeld

Hochspannungsleitungen sind, gerade in Durchzugsgebieten, eine große Gefahr für Vögel. Anders als bei falsch konstruierten Mittelspannungsmasten, an denen es zu tödlichen Stromschlägen zwischen Mast und Leitungen kommen kann, sind es die Seile der hochaufragenden Hochspannungsleitungen, die beim Anflug tödlich wirken, mit oder ohne Stromführung. Bei unsichtigem Wetter wie Regen, Nebel oder Schnee wächst das Kollisionsrisiko. Außerhalb von EG-Vogelschutzgebieten soll nach Plänen der Bundesregierung nun die Pflicht zur Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP-Pflicht) beim Anbringen weiterer Seile auf bestehende Leitungstrassen (sogenannte Zubeseilungen) in Zukunft entfallen. Das Ganze nennt sich „Netzausbauoffensive“ zur Ableitung des Stromes aus Windenergie. Durch jedes weiteren Seil am Mast wird aber das Kollisionsrisiko deutlich ansteigen. Die Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen (EGE) hat darüber berichtet. Wir übernehmen das Titelfoto von Dr. Bergfeld und den Text der EGE vom November 2018, mit freundlicher Genehmigung.

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„Das Miteinander von Naturschutz und Tourismus“

Viel Wind und warme Luft: Strand auf Norderney – Foto (C): Eilert Voß

Und wieder eine aufgeblasene und endlose Pressemitteilung der Verwaltung des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer, ohne viel Inhalt, wohlfeile Sprüche, copy and paste von der Lokalpresse gedruckt. Wieder eine „Kooperationsvereinbarung“ mit den Naturnutzern und -vermarktern dieses Großschutzgebietes, 32 Jahre nach Inkrafttreten des Nationalparks. Hier einige Kostproben des Geschwurbels:

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