
Wattenrat-Mitarbeiter Walter Bünker aus Weener an der zerstörten Friesenbrücke, Foto (C): Eilert Voss

Wattenrat-Mitarbeiter Walter Bünker aus Weener an der zerstörten Friesenbrücke, Foto (C): Eilert Voss
Im siebten Jahr steht unsere Mitstreiter Eilert Voss nun wieder vom 01. November bis zum 15. Januar – der Hauptjagdzeit der Hobbyjäger auf Wasservögel – auf der inzwischen bundesweit bekanntgewordenen „Gänsewacht“ in Petkum an der Ems. Von seinem Ausguck aus beobachtet er bei jedem Wetter die Jagdaktivitäten im Naturschutzgebiet „Petkumer Deichvorland“, Teil eines EU-Vogelschutzgebietes. Seine „Waffen“ sind ein Fernglas, ein weitreichendes Teleobjektiv und ein Notizbuch, mit dem er in den letzten Jahren bereits zahlreiche Jagdverstöße dokumentiert hat, z.B. die Jagd bei Nebel oder dichtem Schneetreiben, bei dem keine der Wasservogelarten auf jagdbar oder nicht jagdbar unterscheidbar ist. Das ist nach der Bundesjagdzeitenverordnung verboten! Weiterlesen
Sturmtief „Iwan“ fegte in der Nacht zum 19. November 2015 eigentlich gar nicht so schrecklich über die niedersächsische Nordseeküste, aber er blies dieser 20 Jahre alten Tacke-TW-600 im Windpark Utgast/Gemeinde Holtgast/NDS das Lebenslicht aus, zwei Rotorflügel brachen ab. Die Flügeltrümmer wurden ca. 200 Meter weit weggeschleudert. Entgegen anderslautenden Meldungen brannte die Anlage nicht ab, so eine Polizeiauskunft. Unter dem Generatorgehäuse sind alte Ölspuren aus dem Getriebe zu sehen. Weiterlesen
Nachfolgend der Bericht im Ostfriesischen Kurier mit der Stellungnahme des Dornumer Bürgermeisters Michael Hook und eine Entgegnung des Wattenrates:
Ostfriesischer Kurier, Norden/NDS, S. 1 und S. 10, 27. Oktober 2015
Potenzialstudie in Arbeit
Windenergie Beschluss zum Flächennutzungsplan geht erneut in die Politik
In der Gemeinde hat sich die Sichtweise zu Windkraftanlagen verändert.
Dornum/MF – Dornums Bürgermeister Michael Hook will den 2012 gefassten Aufstellungsbeschluss zur 36. Änderung des Flächennutzungsplans für windenergetische Nutzung erneut im Rat der Gemeinde bestätigen lassen. Die Abstimmung ist für die Sitzung am 26. November vorgesehen.
„Wir haben festgestellt, dass sich die Sichtweise in Dornum zu Windkraftanlagen verändert hat“, erklärteHook. Viele Anrufe besorgter Bürger würden ihn und Bauamtsleiter Udo Janssen erreichen. „Bevor wir weiter planen, möchten wir den Beschluss aus 2012 noch mal im Rat prüfen“, sagte Janssen. Denn noch befände man sich ganz am Anfang des Verfahrens. Weiterlesen
Am 24. Oktober 2015 wurde der Journalist und Publizist Horst Stern 93 Jahre alt. Er ist der Nestor des politischen Naturschutzes, der wortgewaltig und treffsicher viele Missstände in Fernsehfilmen und Zeitungen aufgriff und thematisierte. Bundesweit bekannt wurde er durch die Fernsehserie „Sterns Stunde“. Darüber hinaus machte er sich als Filmautor (z.B. über Spinnen: „Am seidenen Faden“) oder als Buchautor und Literat („So verdient man sich die Sporen“, oder der vielbeachtete Roman über den Stauferkaiser Friederich II. „Mann aus Apulien“) einen Namen. Stern war als passionierter Segler Herausgeber u.a. der Wassersportzeitschrift „Yacht“ und ab 1980 der Zeitschrift „Natur“. Hier im Holtgaster Koordinierungsbüro war er 1996 zu Gast. Er war damals entsetzt über die vielfältigen zugelassenen Nutzungen im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, der seit 2009 als „Weltnaturerbe“ touristisch vermarket wird. Horst Stern lebt heute völlig zurückgezogen in Passau. Einige seiner Kolumnen können Sie hier beim Wattenrat nachlesen: Gehen Sie mit dem Mauszeiger auf die Wattenrat-Startseite, ganz oben finden Sie den Tab „Horst Stern“; ein Dropdown-Menü zeigt Ihnen mehrere Kolumnen zur Auswahl an.
Die Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e.V. (EGE) hat ihn anlässlich seines Geburtstages gewürdigt. Mit freundlicher Genehmigung der Eulenfreunde übernehmen wir deren Text: Weiterlesen

Halber Mäusebussard, Brutzeit 2014, im Windpark Utgast/Holtgast/LK Wittmund/NDS. Der Windpark steht direkt an einem EU-Vogelschutzgebiet und wird derzeit unter Missachtung der fachlichen und gerichtsfesten Abstandsempfehlungen mit noch höheren Anlagen „repowert“. Foto (C): Manfred Knake
Windkraft und Naturschutz, in diesem Falle der Artenschutz von Fledermäusen und Vögeln, vertragen sich nicht. Nicht nur, dass Rastvogellebensräume durch die riesigen Windkraftanlagen allein durch den enormen Scheucheffekt entwertet werden, auch der direkte Anflug an die Anlagen sorgt für eine große Zahl von Todesopfern, die aber nur unzureichend erfasst werden. Bei einem nachweisbaren „signifikant erhöhten Tötungsrisiko“, das sich aus dem Tötungsverbot des § 44 Bundesnaturschutzgesetz ergibt, dürfen die Anlagen nicht errichtet werden. Die Länderarbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten (LAGVSW) bastelte jahrelang am mehrfach überarbeiteten sog. „Hegoländer Papier“, in dem fachliche Abstandsempfehlungen unter Aufsicht der windkraftgeneigten Länderumweltministerien festgelegt wurden. Dieses Papier wurde lange unter Verschluss gehalten und zuerst beim Wattenrat veröffentlicht. Die darin festgehaltenen naturschutzfachlichen Empfehlungen werden von Gerichten bei strittigen Abständen anerkannt, entsprechende Urteile liegen vor. Die unersättliche Windlobby aber bohrt weiter, gegen das Investitionshemmnis „Helgoländer Papier“.
Die „Fachagentur Windenergie an Land“ macht aktuell mit einer Veranstaltung mobil: Das Helgoländer Papier 2015 – Rechtliche Einordnung und Implikationen für die Praxis. So sieht u.a. die Ankündigung aus: Weiterlesen
Eine ganz persönliche Betrachtung zu einem professionellen Windmacher
von Manfred Knake
Klaus Peters ist nicht irgendwer, Klaus Peters ist der Gesamtproduktionsleiter des Windkraftanlagenherstellers Enercon mit dem Hauptsitz in Aurich. Und Klaus Peters ist vernetzt – wie man heutige Seilschaften nennt – mit der Politik, in Wirtschaftsgremien bis hinunter auf die Ebene der Gemeinderäte und die „Wittmunder Wirtschaftsrunde“, zu der laut Lokalzeitung „Anzeiger für Harlingerland“ Wittmunder Unternehmer, Schulen (!), die Bundeswehr, das Handwerk und der Tourismus gehören (siehe unten: Zeitungsbericht „Unsere Branche hat Riesenchancen“ vom 10. Oktober 2015). Weiterlesen
Nachtrag 28. Nov. 2015: Auf der Ratssitzung des Dornumer Gemeinderates am 26. November 2015 in Roggenstede wurde der Antrag auf weitere Sonderbauflächen im Gemeindegebiet mehrheitlich zurückgewiesen. Den Zeitungsbericht über diese von Zuschauern sehr gut besuchte und chaotische Ratssitzung können Sie hier nachlesen: Wind Dornum_Ratssitzung_OK28Nov2015
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Nun ist die windige Katze aus dem Sack: Die bekannten „Üblichen Verdächtigen“ planen einen weiteren Windpark direkt an einem EU-Vogelschutzgebiet, das wiederum an den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer grenzt. Auf der Karte (s.u.) sieht man die geplanten Anlagen als grüne Punkte östlich des Ortes Westeraccumersiel in der Gemeinde Dornum im Landkreis Aurich, die Renditeerwartungsnummer nennt sich „Repowering“ von abgängigen, ca. 20 Jahre alten Altanlagen (rote Punkte). Auf den ersten Blick ein überzeugendes Konzept: Die vor 20 Jahren verstreut in die Landschaft gestellten Anlagen sollen einem überschaubaren kleinen Windpark von acht neuen Anlagen weichen. Der Plan hat nur einen Haken: Der Standort liegt direkt am EU-Vogelschutzgebiet V63 „Ostfriesische Seemarschen Norden bis Esens“, und das Vogelschutzgebiet wiederum grenzt nördlich an den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer an, ebenfalls EU-Vogelschutzgebiet Nr. V01. Nach den fachlichen und gerichtsfesten Empfehlungen des Niedersächsischen Landkreistages (NLT-Papier, Arbeitshilfe Naturschutz und Windenergie) sowie des „Helgoländer Papiers“ der Staatlichen Vogelschutzwarten in Deutschland sollen Windparks zu EU-Vogelschutzgebieten 1.200m Abstand haben, das Baugesetzbuch (§1 Abs. 6, Satz 7) fordert eine besondere Berücksichtigung zu Natura-2000-Gebieten: „[…] Bei der Aufstellung der Bauleitpläne sind insbesondere zu berücksichtigen: […] in der Bauleitplanung die Erhaltungsziele und der Schutzzweck der Natura 2000-Gebiete im Sinne des Bundesnaturschutzgesetzes,[…]“ Weiterlesen

Angeschossene Pfeifente, Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und „Weltnaturerbe“, Foto (C): Eilert Voß